Deutscher Gin

German Dry Gin. Ehrlich, deutsch und sehr viel Potenzial, sich in das weltweite Ansehen von „Made in Germany“ einzureihen. Vergleiche zu ziehen, welcher der beste deutsche Gin ist, wäre falsch. Zu subjektiv. Jeder dieser neuen deutschen Gins hat seine regionsspezifischen Eigenheiten. Hier seien die drei Brennereien erwähnt, die nicht London Dry sein wollen, sondern stolz darauf sind, German Dry Gins zu sein. Zu Recht.

Illustration: UvA

THE DUKE – MUNICH DRY GIN

Durch die Leidenschaft zum Gin entwickelten sich aus den ehemaligen Geschichts-studenten Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker zwei ausgezeichnete Brenner. Ihr Job langweilte sie dermaßen, dass sie im Rausch beschlossen, ihren eigenen Gin herzustellen. Schon während des Studiums wurden Apparaturen gebaut, um selber, für den Eigengebrauch oder als Party-Attraktion, Brände herzustellen. Ein Experiment, das geglückt ist. The Duke, gewidmet Herzog Heinrich dem Löwen, hat sich auf dem Markt etabliert. Eine willkommene Abwechslung, statt des Maß Bier in der bayrischen Hauptstadt einen Gin Tonic zu bekommen. Vom Hersteller empfohlen mit Thomas Henry Tonic oder auch Schweppes, passend zur kräftigen Wacholdernote, garniert mit einer Orangenzeste, die das feine Aroma der Orangenblüte ergänzt.

Produziert wird inmitten von München mit ausgewählten, reinen Zutaten, die den Gin zu einem zertifizierten Bio-Produkt machen. 13 Kräuter und Gewürze beinhaltet der Duke. Unter anderem Angelikawurzel, Ingwer, Zimt, Kubebenpfeffer und Kümmel. Das Besondere am Inhalt ist die Zugabe von Hopfenblüten und Malz, die den bayrischen Charakter zur Geltung bringt und den Namen Munich Dry rechtfertigt.
Unsere Empfehlung: The Duke Gin plus Fentimans Tonic.

Alkohol: 45% – Herkunft: München – Besonderheiten: Hopfenblüten und Malz

www.theduke-gin.de

ADLER – BERLIN DRY GIN

Das Schicksal wollte es wohl, dass dieser Gin von 1874 wieder erhältlich ist. Das heutige Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie in Berlin, damals wie heute als Versuchs- und Lehranstalt genutzt, ist noch im Original-Zustand von 1874 und bietet Museum, Spirituosenmanufaktur und preußische Geschichte.

Unter der Leitung von Mikrobiologe Prof. Dr. Stahl und Barchef Gerald Schroff, die sich bei einem Zusammenstoß im Skiurlaub kennenlernten, wurde die „Preußische Spirituosen Manufaktur“ und damit auch der „deutsche Gin“, so schlicht der ehemalige Name, zu neuem Leben erweckt. Ein sechs Monate abgelagertes Weizenfeindestillat bildet die Grundlage für einen sehr weichen und harmonischen Gin, dessen subtile Gewürzkombination vom sensorischen Gesamteindruck der Wacholderbeere bestimmt wird. Meister-, Alant- und Bertramwurzel sind unter 14 anderen Zutaten enthalten. Der Säurewert wird durch eine fünf- bis achtmonatige Lagerung in 100 Jahre alten Steingutgefäßen gemildert und der Gin bekommt die Möglichkeit, sich auszubalancieren.

Unsere Empfehlung: Adler Gin plus Thomas Henry Tonic.

Alkohol: 42% – Herkunft: Berlin – Besonderheiten: preußische Ideale

www.adlergin.de

MONKEY 47 – SCHWARZWALD DRY GIN

Eine Legende machte diesen Gin zu dem, was er geworden ist. Eine flüssige Meisterleistung in Kombination mit einem außergewöhnlich markanten Flaschendesign. Alexander Stein und Christoph Keller produzieren den Monkey 47 nach einer extra-vaganten Rezeptur des Engländers und Wahlschwarzwälders Montgomery Collins. Die Inhaltsstoffe sind demnach zu einem Drittel auch im Schwarzwald zu finden. Der Name setzt sich zusammen aus dem Logo eines Javaneraffen und den 47 Gewürzen und Kräutern, die den Gin so ungewöhnlich und beeindruckend komplex machen. Attraktion unter den 47 Ingredienzien ist die Schwarzwälder Preiselbeere.

„Ex Pluribus Unum“ ziert den Metallring um den formschönen Korken als Gravur, übersetzt „aus vielen Eines“. In sich schlüssig und äußerst komplex, braucht dieser Gin keinen Tonic, keine Limette. Alles kann, aber nichts muss.

Eine limiterte Auflage, den Monkey 47 Distiller‘s Cut, gibt es ebenfalls von den Black Forest Distillers. Optisch nur ein oranges statt violettes Etikett. Aber präsente Aromen von Preiselbeeren und frischem Moos in der Nase, Lakritz und Birne auf der Zunge (gemäß eyeforspirits.com) klingen äußerst verlockend.

Unsere Empfehlung: Monkey 47 plus Fever Tree Tonic.

Alkohol: 47% – Herkunft: Eigeltingen-Münchhöf – Besonderheiten: Preiselbeere

www.monkey47.com

Hier gibt es den kompletten TONIC(UM) Artikel