RED WING – MADE In THE USA

An einer kleinen Biegung des Mississippi schmiegt sich, eingebettet in eine satt- grüne Hügellandschaft, die Stadt RedWing in einem federartigen Schwung an das Ufer. Ein treffender Name für eine solche fruchtbare, urtypisch amerikanische Landschaft, der allerdings auf den Häuptling der Lutasha-Indianer zurückzuführen ist. Häuptling Hupahuduta ebnete den Weg für die städtische Besiedlung des Mississippiufers. Sein Name bedeutet: „Roter Schwanenflügel“, das bildhafte Motiv der Schuhfirma, auf welche die Stadt seit über 100 Jahren mit Stolz zurückblickt. Red Wing Shoes.

Text · Stefanie Kobayashi

Gründer der Red Wing Shoe Company war Charles Beckman, geboren 1856 in Deutschland.

Der Immigrant fand seine erste Anstellung in Amerika, in dieser schönen Stadt, in der größten Gerberei der Trout Brouk Tannery, von Silas Buck Foot. Zehn Jahre arbeitete Beckman dort und lernte alles über gutes Leder, bevor er mit der Unterstützung von Mr. Foot einen Schuhladen in Red Wing eröffnete. 22 Jahre verkaufte Beckman Schuhe. Viel zu oft mit der frustrierenden Erkenntnis, dass die passende Größe oder der richtige Schuh nicht verfügbar war. Seine unermüdliche Leidenschaft für Schuhe, seine jahrzehntelange Erfahrung mit den Kunden und sein Wissen über gute Qualität führten zu der Entscheidung, seine eigene Schuhmanufaktur für Arbeitsschuhe zu gründen. Die Finanzierung für sein neues Projekt suchte er in der lokalen Tageszeitung mit einem Inserat:

„I am Beckman the Shoe Man. I have been spending the greater part of my life supplying the people of this community with shoes and boots. I am now about to quit selling shoes because I have commenced making them.“

Beckman the Shoe ManRedwings

Es fanden sich sechs lokale Geschäftsmänner, die ihn dabei unterstützten, unter anderen sein früherer Arbeitgeber S.B.Foot. Im Jahre 1905 wurde die Red Wing Shoe Company ins Leben gerufen mit der Idee, qualitativ hochwertige, strapazierfähige, verlässlich schützende und trotzdem komfortable Schuhe zu fertigen. Sie sollten sowohl den rauen Anforderungen des Arbeitsalltages auf dem Land als auch den neuartigen industriellen Anforderungen in der Stadt gewachsen sein, mit dem Versprechen an den Käufer: „built to fit built to last“.
Der 1905 hergestellte Stiefel mit dem weitenverstellbaren, wadenhohen Schaft, halb verdeckter Schnürung und der abgesetzten, verstärkten Kappe schien exakt den Arbeitsanforderungen der amerikanischen Farmer zu entsprechen, sodass bereits mit dem ersten offiziellen Modell, aufgrund der großen Nachfrage, der Grundstein für eine stetig ansteigende Produktion gelegt werden konnte.

Weitere Schuhmodelle folgten für die spezifischen Anforderungen der Arbeiter. Eisenbahner, Ingenieure, Stahl- und Ölarbeiter bekamen sichere, bequeme Arbeitsschuhe. Doch schon 1911 musste Charles Beckman aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Seine Hingabe und Verpflichtung zu Qualität und zum Kundenservice prägte die Firma Red Wing Shoes, sodass Beckmans Geist und Erbe seit über 100 Jahren konsequent und erfolgreich weitergeführt wird.

Noch immer werden spezialisierte Arbeitsschuhe hergestellt. Aber der ganze Stolz der Firma, die seit 1925 von der Sweasy Familie geführt wird, ist die Heritage Linie. Basierend auf den alten Arbeitsschuh-Modellen werden sie heute gerne als Freizeitschuh getragen, die aufgrund ihrer soliden Verarbeitung und dem hohen Wiedererkennungswert geschätzt werden. Mit dem hochwertigen, pflanzlich gegerbtem Leder von S.B. Foot, mit der Dreifachnaht und gewachstem Faden beim rahmengenähten Schuhwerk. Handwerkskunst und Hingabe prägen die legendären Schuhmodelle, wie der Irish Setter, Iron Ranger, Moc Toe Oxford, Engineer, Postman, Peco oder Beckman, um einige zu nennen.
Sie werden noch immer dort hergestellt, wo alles 1905 begann: Made in USA, Made in Redwing.

UR-Schuh: Der Irish Setter

Der Schuh mit der Seriennummer 877 markiert den Übergang von den rein funktionalen Arbeitsschuhen, die seit 1905 hergestellt werden, zum Freizeitschuhwerk mit dem Red Wing Qualitätsstandard für den in der amerikanischen Nachkriegszeit wachsenden Freizeitsektor. Der eigentlich als Jagdstiefel konzipierte „Irish Setter“ garantierte mit seiner weißen Crepe-Sohle einen leisen und sicheren Tritt und mit dem 10-Loch geschnürten Schaft Sicherheit und Beweglichkeit in jedem Terrain.

Durch optisch prägnante Details, wie die klassische Mokassinnaht, dem rotbraunen Leder kombiniert mit der weißen Sohle, wurde der Irish Setter auch bald abseits seiner ursprünglichen Bestimmung getragen und wird seit 1952 in seiner Form unverändert als erster Freizeitschuh und Archetyp hergestellt. Der Irish Setter wurde zur Ikone, zum Filmstar (an Jack Nicholsons Füßen in „Einer flog über das Kuckucksnest“), zum begehrten Sammlerstück (ein gut erhaltener aus den 50ern hat bei Ebay USA auch schon für über 1000$ den Besitzer gewechselt) und zum Ur-Schuh für Red Wing Träger.

Für eine neue Sohle fragen Sie den RedWing Verkäufer Ihres Vertrauens. Oder direkt hier:

www.redwing-berlin.de, Berlin
www.redwinghamburg.de, Hamburg
www. redwings.de, Frankfurt